Die Geschichte und die Herkunft der Sibilla Karten
Über die klassischen Sibilla Karten gibt es geschichtlich leider nur sehr wenig Informationen. Abgeleitet wurde der Begriff Sibilla von dem altertümlichen Wort Sibylle, was so viel wie Prophetin, Zukunftsseherin, Orakel heißt. Die ersten Erwähnungen einer Sibylle gehen auf Werke von Platon im 4. Jahrhunder vor Christus zurück.
Im Klassizismus wurde dieser Begriff wieder aufgenommen und in Form von
Wahrsagekarten, die
Situationen und Gefühle wiedergeben sollen, gedruckt. Man vermutet, dass die Sibilla Karten auch von der Mlle. Lenormand genutzt wurden, und durch sie die Karten gesellschaftsfähig gemacht wurden.
Nach Ableben der
Mlle. Lenormand schuf der französische Künstler Grandville im Auftrag des französischen Verlegers Grimaud die Karten "La Sibylle des Salons", die ca. 1840 erstmals erschienen sind. Sie waren die ersten, bekannten Sibilla Karten.

Karten 1 (Liebe) und 5 (viel Geld) der originalen Sibylle des Salons von Grimaud
Anschließend wurde ca. 1850 eine auf 32 Karten reduzierte Version von Wahrsagekarten mit dem Titel "Le Livre du Destin" von Grimaud veröffentlicht. Die Symbolik wurde bei diesen Karten etwas abgeändert, die im oberen linken Eck sitzenden Spielkartensymbole wurden zum größten Teil neu vergeben.

Karten 15 (Liebe) und 16 (Geld), Livre du Destin von Grimaud
Ca. 1870 Wurde die ursprüngliche Version von Grimaud erneut überarbeitet und das Werk "
Le petit Cartomancièn" wurde geschaffen. Hier sind nur 36 Karten vorhanden, die Symbolik wurde nahezu beibehalten und die Anordnung der Spielkartensymbole wurde komplett übernommen.

Karten 33 (Liebe) und 16 (Geld), Le petit Cartomancièn von Grimaud
Diese Werke wurden von anderen europäischen Kartenherstellern oft kopiert und in ähnlicher Form gedruckt. Die bekannteste Ausgabe an deutschen Sibilla Karten ist die Sibille ist um 1870 von Conrad Jegel mit dem Titel "Sibille, die wahrsagende
Zigeunermutter" erschienen.
Schachtel und Karte GELD von "Sibille, die wahrsagende Zigeunermutter" von Conrad Jegel
Nahezu alle anderen Versionen von Sibilla Karten bauen auf die ursprüngliche Version von Grimaud auf. Diese können Sie bei den verschiedenen Sibilla Versionen auf dieser Webseite nachschlagen.